Tag 23: Zwei Antwortmails, die keine Antworten sind

Der heutige Tag war wieder plastikfrei (wenn man vom Geschenk weiter unten absieht, aber das hab ich ja nicht gekauft), Zora hat absolut Recht mit ihrer Aussage, dass es einfacher ist, wenn man normale Tage hat, weil man sich auf die sehr gut einstellen kann – Medikamente musste ich heute nicht kaufen – die werden mir den Strich durch die Rechnung machen, ansonst bin ich diese Woche nämlich echt konsequent.

Allerdings bin ich auf der Suche nach Akkus für mein Telefon verzweifelt: Duracell hat als eine der ganz wenigen Marken eine Pappverpackung für ihre Batterien. Für alle? NEIN, natürlich nicht für die wiederaufladbaren Batterien! Das hat mich bewogen, ihnen eine Mail zu schreiben mit der Frage, warum es denn nicht möglich sei, all ihre Batterien ohne Plastik zu verkaufen – ich hab sie darauf hingewiesen, dass es eine große Community weltweit gebe, die nur darauf warte, plastikfreie Produkte zu kaufen. Die Antwort kam sehr schnell, das muss man ihnen lassen, ich habe keine 12 Stunden darauf gewartet. Allerdings konnte man mir nicht sagen, warum es gerade diese eine Sorte nicht ohne Plastik gibt… Überzeugt Euch selbst:


Liebe Kundin, lieber Kunde,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Sie machen sich Gedanken um unsere Umwelt? Wir auch!

Unser nachhaltiges Handeln zeigt sich in der Art und Weise, wie wir unsere Produkte herstellen und zu unseren Handelspartnern, bzw. Ihnen – den Konsumenten – bringen. Bei der Herstellung und dem Versand unserer Produkte entstehen Emissionen, Abwasser und Abfall. Diese Umweltbelastungen werden erfasst und kontinuierlich reduziert.

 

Wir bemühen uns, alles in unser Macht Stehende für den Umweltschutz zu tun. Die Kartonverpackung besteht zu 55 % aus recyceltem Material und wir verwenden ausschließlich ungiftige Tinten für den Druck.Das Kunststoffmaterial besteht zu 30 % aus recyceltem Kunststoff. Die Ummantelung unserer Batterien bestehen zu 40 % aus recyceltem Stahl.Unsere Displays und die Umverpackungen, in denen wir unsere Batterien versenden, bestehen zu 100 % aus recyceltem Materialien.Beim Umgang mit Abfällen geht Vermeidung vor Verwertung und vor Beseitigung. Dieser Grundsatz führt dazu, dass viele Werke eine Recyclingquote von über 90 Prozent erreichen, das heißt 90 Prozent aller anfallenden Produktionsabfälle werden wiederverwertet.

P&G investiert ständig in neue Technologien und Produktionsanlagen. Alle Anlagen werden dabei auf dem neuesten technischen Stand gehalten.

Möchten Sie sich weiter über unser umweltpolitisches Engagement informieren? Sehr gern! Schauen Sie bitte auf unsere Homepage:

http://www.procterundgamble.de

Das ist so offensichtlich ein Standardschreiben, dass ich etwas enttäuscht war… Sie haben sich ja nicht mal die Mühe gemacht, mich beim Namen anzusprechen. Ich weiß, dass es bei IKEA normale Batterien ohne Plastikverpackung gibt, aber Akkus habe ich da nicht gefunden. Habt Ihr noch Tipps?
Dann habe ich heute ebenfalls Antwort von Basic bekommen, ob es nicht möglich sei, in Zukunft bei ihnen Käse oder Wurst zu kaufen, ohne dass die Dose ÜBER die Theke geht (ich habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich weiß, wie problematisch das ist), aber ob es nicht ginge, die Sachen AUF die Theke zu bekommen. Dann hab ich noch gefragt, ob es möglich wäre, Quark, Creme Fraiche oder ähnliche Produkte ins Sortiment aufzunehmen oder im Laden vorzubestellen. Mit der Antwort haben sich die Kollegen etwas mehr Zeit gelassen – ich denke, sie haben da intern ein paar Sachen abgeklärt – dafür war die Antwort persönlich und nicht standardisiert:

vielen Dank für Ihre Email.

Auch wir, als Bio- Supermarkt, mit einem konsequent ökologisch, nachhaltig ausgerichteten Sortiment, sehen die Verwendung von unnötigem Verpackungsmaterial naturgemäß als sehr kritisch an. Daher sind wir immer auf der Suche nach optimalen Verpackungslösungen. Höchste Priorität hat dabei aber immer die Produktsicherheit und -qualität. Daher wird jede Art von Verpackung immer eine Kompromisslösung bleiben.

Gerade im Thekenbereich ist die Hygiene im Umfeld der offenen Lebensmittel entscheidend für die Qualität und Frische der Produkte. Aus diesem Grund haben wir entschieden keine Ware, in von Kunden mitgebrachten Dosen (z.B. Tupperdosen), abzupacken. Wir sehen die Gefahr hierbei mikrobiologische Verunreinigungen in den Thekenbereich zu verschleppen als zu groß an. Deshalb können wir Ihrem Wunsch an dieser Stelle leider nicht nachkommen. Andernfalls würden wir auch Probleme mit der amtlichen Lebensmittelüberwachung riskieren.

Wir hoffen Sie haben Verständnis für unsere Entscheidung und bleiben uns dennoch auch in Zukunft als Kundin erhalten.

Zu ihrer zweiten Frage, weitere Artikel in Glasflaschen evt. bestellen zu können, möchte ich Sie bitten sich direkt an unsere Mitarbeiter/ -innen in der Filiale zu wenden. Diese werden Ihnen sicher weiterhelfen können. Vielen Dank.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Zwei Kundenanfragen, auf die nicht explizit eingegangen wurde – wobei man sagen muss, dass sich BASIC wirklich Mühe gegeben haben, da merkt man direkt, dass das Thema “Nachhaltigkeit” eine große Rolle spielt. Trotzdem bin ich etwas enttäuscht, weil ich mir mehr erhofft hatte.

Aber ein Lichtblick am heutigen Tag: Meine Arbeitskollegin ist echt süß, sie unterstützt mein Vorhaben, wo sie nur kann. Ich hab ihr in den letzten Tagen ein bisschen was abgenommen im Büro und heute stand dann dieses Glas auf dem Tisch. Ich weiß, die Schokolade da drin ist in Plastik eingepackt, aber ich finde, dass die Geste zählt.

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8 thoughts on “Tag 23: Zwei Antwortmails, die keine Antworten sind

  1. Chrissi

    Also deine Kollegin ist echt lieb 🙂 Und soweit ich das sehe, ist grade mal ein Schokistück in Plastik, der Rest nicht.
    Schön, dass du bei den beiden Unternehmen nachhackst! Bei dem Basic-Markt würde ich explizit den Marktleiter nochmal fragen oder anbieten, ob sie dir das nicht in Schraubgläser abfüllen könnten, die sie selber vorher in der Spülmaschine reinigen könnten? Einfach mal fragen, kostet nix 😉
    Viel Erfolg!

    Reply
    1. crystalsmile Post author

      Es waren zwei in Plastik, aber Du hast Recht, so viel war es nicht 🙂 Ich befürchte, bei Basic ist Hopfen und Malz verloren, die sind immer sehr bemüht bei den Dingen, die sie dürfen, aber wenn es so eine Richtlinie bei denen gibt, kommt man wohl nicht drum herum 😦

      Reply
  2. gruenzwerg

    Toll, deine Briefe! Ich denke, je mehr Leute nachfragen, umso eher sehen die Unternehmen Handlungsbedarf! Also nicht abschrecken lassen und weiter fragen… eventuell auch direkt wieder bei P.G. mit der Bitte um Beantwortung DEINER Frage:-)
    Ich ärgere mich immer wieder über diese Hygienevorschrift… wird uns allen doch unterstellt überall Keime hinzuschleppen! Als ob die Theke und die Mitarbeiter dort keimfrei wären! Mit Rausen erinnere ich mich immer wieder an Ei schmuddeliges Pflaster am Finger einer Verkäuferin, und meine letzte Erfahrung vor zwei tagen war ein Verkäufer, den ich gebeten habe, für seinen Kollegen zu übernehemen, damit der nicht weizerhin. Mit Nasenbluten Käse verkaufen muss! ich bin mir nicht sicher ob der Arme Kerl mit dem Nasenbluten nicht einen Ruffel bekam, warum erst jetzt geht. Und ein anderer weiermachen muss… nach so einer Reaktion sah das Gesicht des Kolegen nämlich aus! Schade, dass es häufig nicht möglich ist, unsere strikten deutschen Regeln an die einzelnen. Wünsche und Bedingungen anzupassen, sondern stur auf genau diese Handhabung zu beharren!
    Viele Grüße von der Zwergenmama

    Reply
  3. Stadtpflanze

    Die Antworten sind irgendwie typisch… 😦

    Das Hygiene-Argument kann ich nicht ernst nehmen, so lange nicht jedeR MitarbeiterIN hinter der Theke sich einwandfrei hygienisch verhält. Dazu gehört neben einer Haube für Haare, keinem Nagellack, keiner Handcreme o.ä. auch, nach dem Kassieren oder anfassen von Klebeetiketten oder Papierbelegen sich die Hände zu waschen oder die Handschuhe zu wechseln. Oder wenn sie sich im Gesicht gekratzt haben oder die Schuhe zugebunden haben, etc. Das macht keiner. Das ist aber genauso unhygienisch wie eine mitgebrachte Dose auf die Waage zu legen.

    Zumal die Waren i.d.R. auch nicht keimfrei sind – durch die Kühlung wird nur die Vermehrung verhindert. Außerdem befinden sich zahlreiche Keime in der Luft, in besonders großer Anzahl Pilzsporen, die häufig für Lebensmittelschimmel verantwortlich sind.

    Natürlich sollten Risiken minimiert werden, wenn man sie schon nicht auf null senken kann. Aber dann auch bitte konsequent, zum Beispiel durch das Verhalten der MitarbeiterInnen.

    Pfanddosen, die vom Laden selbst bereitgehalten werden, wären auch eine Alternative. Bei Flaschen funktioniert das doch auch.

    Reply
  4. widerstandistzweckmaessig

    Eine Schade, dass Unternehmen auf Kundenanfragen teilweise gar nicht oder nur so unbefriedigend zurück schreiben. Ich habe zuletzt leider mehrmals keine Antworten bekommen. Ein Grund, nicht mehr dort zu kaufen.

    lg
    Maria

    Reply
    1. crystalsmile Post author

      Ich habe bislang eigentlich immer Antwort bekommen, aber sehr befriedigend war sie halt nicht immer – wie man hier unschwer erkennen kann. Gerade die Sache mit der Batterie wurmt mich, das ist so, als würde man kurz vorm Ziel bei einem Marathonlauf auf die Schnauze fallen…

      Reply

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