Tag 13+14: Generell Müll reduzieren

Mein löchriges Shirt wurde in einen Brotbeutel umgewandelt, mein täglicher Begleiter zum Becker

Mein löchriges Shirt wurde in einen Brotbeutel umgewandelt, mein täglicher Begleiter zum Bäcker

Kinners, mein Kopf fühlt sich an wie Kartoffelsalat und wahrscheinlich sehe ich auch so aus. Das war gestern doch einfach zu viel für die Nerven – ich habe aber trotz allgemeiner Hysterie den Tag plastikfrei verbracht, keine schwarz-rot-goldenen Blumenketten, keine Trillerpfeifen oder Fähnchen. Und das Bier war vom Fass 😉

Da ich mich heute nur vom Haus zum Bäcker, zur Arbeit und nach Hause geschleppt habe, war auch der heutige Tag fast plastikfrei – bis auf die Luftpolsterfolie meines Himbeersamenöls. Ich sollte wirklich nichts mehr online bestellen, aber das Zeug brauche ich für das Sonnenöl… ABER ich bin auf den Trichter gekommen: Eigentlich ist das nicht ‘single use’, weil ich das Verpackungszeug bei uns im Büro zu den Verpackungsmaterialien packe und wir damit dann wiederum Päckchen auspolstern, die wir selber verschicken. Was meint Ihr: Gehört das ist die Tüte oder soll ich das einfach rauslassen? Es landet ja eigentlich nicht im Müll… (zumindest nicht bei uns, wir sind ein ausgesprochenes Recyclingbüro). Ich hätte es trotzdem am liebsten vermieden.

Generell bin ich der Meinung, dass man das mit der Müllreduzierung nicht nur auf Plastikmüll reduzieren sollte. Ich finde es wichtig darauf zu schauen, wie man möglichst wenige Rohstoffe verschwendet, deren Nutzung sich eigentlich vermeiden ließe. Sehr eindrucksvoll zeigt das eine Fotoreihe, die ich heute entdeckt habe. Dort werden Haushalte in ihrem wöchentlichen Müll liegend fotografiert und das hat eine verstörende Ästhetik. Zum Thema habe ich eine ganz gute Aufstellung der Stadt Freiburg gefunden mit Einkaufstipps – einige sind speziell auf die Stadt zugeschnitten, aber Alnatura und DM gibt es ja doch häufiger, deshalb finde ich sie schon ziemlich nützlich. Und ich habe heute im Blog von Zora gelesen, dass sie auch schon mal Lebensmittel in Plastikverpackung ‘rettet’, bevor sie entsorgt werden. Ab und zu mache ich das auch, weil ich es schlimm finde, wie viele Lebensmittel, die noch absolut in Ordnung sind, einfach in der Tonne landen (das Thema hatte ich ja vor ein paar Tagen auch schon mal).

Ich habe seit ein paar Monaten fast nur noch Gemüsereste in meiner Tonne und mich ärgert, dass unser Hausverwalter sich so gegen eine Biotonne stellt – hier ist sie nicht verbindlich und nicht in allen Stadtteilen verfügbar und in unserem Haus gibt es z.B. keine. Meine ganzen Sachen landen also im Restmüll und werden drei Straßen von meiner Arbeitsstelle entfernt verbrannt. Schade drum. Vielleicht sollte ich mich mal mit dem Kompostieren befassen, aber mein Balkon ist nicht so übermäßig groß… Habt Ihr Erfahrungen damit?

 

[edit] Sagt mal, findet Ihr es besser, wenn meine Links in neuen Fenstern öffnen oder im selben Fenster? Ich bin es gewohnt, dass Links in neuen Fenstern aufgehen, aber ich habe gerade einen Artikel gelesen, dass das für viele Leute nervig ist. Wie hättet Ihr’s gern? 🙂

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13 thoughts on “Tag 13+14: Generell Müll reduzieren

  1. Stadtpflanze

    Die Liste von der Familieninitiative finde ich interessant, manches kannte ich auch noch nicht. Bei den großen Drogerieketten lohnt es sich auch, mehrere Verkaufsstellen innerhalb der Stadt abzuklappern, denn das Sortiment ist nicht überall genau gleich.

    Deinen Vermieter finde ich etwas seltsam… Immerhin könnte man mit einer Biotonne auch Geld sparen. Bei meinen Vermietern wurde bislang immer für Mülltrennung geworben – was nicht immer geklappt hat und auch bei meinem jetzigen Haus manchmal wirklich problematisch ist. Aber immerhin gibt es die Möglichkeit und begrenzt auch den Willen. Nur die biotonne ist bei uns immer wieder ein Ärgernis, weil es mindestens einen Mieter gibt, der Plastiktüten hinein wirft… 😦

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    1. crystalsmile Post author

      Wenn ich das richtig sehe, ist es in Düsseldorf teurer, eine Biotonne zu unterhalten als eine Restmülltonne, wahrscheinlich deshalb, aber ich werde unseren Hausverwalter noch mal anschreiben… Das mit dem falschen Müll in der Tonne finde ich auch immer wieder ärgerlich!

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  2. Zora

    Es gibt Wurmkomposter die recht pflegeleicht und extrem platzsparend sein sollen. Ich weiß von Leuten, die ihre auf dem Balkon oder sogar in der Küche stehen haben – offensichtlich riechen die also nicht. Was die Leute dann allerdings mit dem Kompost machen, weiß ich nicht – vielleicht verschenken? Dazu kannst du jedenfalls zahlreiche Erfahrungsberichte finden.
    Zum Thema Links: Ich mag gerne neue Fenster/Registerkarten, die aufgehen. Is aber wahrscheinlich reine Geschmackssache.
    LG Zora

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  3. Tanja Heller

    Wo ist denn der Unterschied? Was würde denn mit dem Biomüll aus einer Biotonne passieren? Er würde doch auch nur verbrannt werden. Oder dann in der Biogasanlage? Die sind aber auch nicht umstritten. Wir kaufen in Italien Müll ein, weil die Müllverbrennungsanlagen Geld bringen müssen. Gestern noch auf you tube gesehen. Eierschale kannst du ja im Park verteilen. Ich gebe zu: etwas filigrane Müllentsorgung. Mit Kaffeesud kannst du Peeling machen. Schaffst du dir gerade nur die Basics an mit deinen vielen Bestellungen? Mir ist das auch schon aufgefallen, dass du eine Bestellqueen bist. 🙂

    Liebe Grüße – Tanja

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    1. crystalsmile Post author

      In einer idealen Welt würde der Müll nicht einfach verbrannt sondern käme in eine Kompostierungs- oder Biogasanlage. Ganz unumstritten sind die nicht, das stimmt, aber man spart dadurch zum aktuellen Zeitpunkt meines Erachtens doch Ressourcen. Das mit der Bestellungswut ist grad ganz akut, weil ich gerade meinen ganzen Plastikkram verschenkt habe und jetzt z.B. kein Nudelsieb mehr hatte. Kochlöffel und den ganzen Kleinkram habe ich in der Stadt gekauft, aber ich arbeite von 10 bis 18.30 Uhr plus “Nachspielzeit”, d.h. die Läden haben oft schon zu, wenn ich hier rauskomme. Und bei so Sachen wie Himbeersamenöl habe ich in der Stadt nichts gefunden. ABER ich bin jetzt tatsächlich fürs Erste durch, muss nix mehr bestellen 🙂 Die Sachen sind ja fast alle aus Edelstahl, die sollten dann erst mal eine ganze Weile halten, hehe.

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    2. Fussel

      Nicht nur in einer idealen Welt. Ja, es ghibt Städte, die Kompostieranlagen betreiben, wo der Biomüll kompostiert wird. Da ist es dann allerdings noch wichtiger, daß da niemand Plastiktüten reinschmeißt…

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  4. Chrissi

    Wenn du die Luftpolsterfolie wiederverwenden kannst, würde ich sagen, es ist kein Müll.
    Und ja, besser als eine plastikfreie Verpackung ist immer noch keine Verpackung. Habe mir beim Bäcker gestern das Brot auch lose (ohne Papiertüte) geben lassen – Brot ist aufgemampft und außer ein paar Krümel im Komposteimer bleibt kein Müll zurück 🙂
    Apropos Kompost: wir haben hier leider auch keine Biotonne, nur Restmüll. Das hat mich so gestört, dass wir jetzt einen Eimer mit Deckel unter der Spüle stehen haben, in den alle Bioabfälle kommen und wenn wir am Wochenende in unseren Schrebergarten fahren, kommt der Inhalt des Eimers dort auf den großen Komposthaufen 🙂 Und ich kann dich beruhigen, da riecht nix, weil es offen ist und abtrocknen kann. Also bitte nicht verschließen, denn dann stinkts! 😉 Wir machen den Eimer nur zum Transport zu. Wenn du keinen Kompost (z.B. Besuch bei Eltern) nutzen kannst, wäre vllt wirklich so ein Bokashi für den Balkon eine Idee? Damit gibts viel schöne Blumenerde für tolle Pflanzen und Kräuter auf deiner Fensterbank.
    Ach ja, ich mags, wenn neue Registerkarten aufgehen.
    Und ich bin schon gespannt auf dein Sonnenöl 🙂
    Weiter so! *schulterklopf* Schön, dass du sogar im Fanfieber deiner Idee treu bleibst!

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    1. crystalsmile Post author

      Diesen Bokashi kannte ich noch gar nicht! Ich glaube, das wäre tatsächlich eine Alternative für mich, ich muss mich mal noch eine Runde einlesen – generell bin ich gerne eine Skeptikerin und muss mich erst über viele verschiedene Quellen von einem System überzeugen lassen 😉 Danke für die netten Worte, so ist das Durchhalten gleich viel einfacher!

      Reply

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