Sommerzeit – Eiszeit

Heute ein ganz kurzer Beitrag: Seitdem ich eine Eissorte im Supermarkt gefunden habe, die ganz ohne Plastik auskommt, bin ich selig – allerdings war das Leben ohne Eis natürlich gesünder (aber auch nur halb so glücklich).
Eiskonfekt
Das gab es früher immer im Kino! Kennt ihr noch mehr Sorten? Heute ist auch mein Päckchen von Monomeer angekommen. Ich werde heute Abend die Denttabs testen und berichten 🙂

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Kleines Lebenszeichen

Hallo in die Runde! Ich wollte eigentlich passend zum plastikfreien Juli mal wieder was von mir hören lassen, aber in diesem Jahr steht mir der Kopf ganz woanders. Ich habe die letzten Monate in einer ganzen Reihe von Krankenhäusern verbracht – nicht als Patient, sondern als Besucher. Irgendwie scheint in 2015 der Wurm drin zu sein. Was mir da aufgefallen ist in Sachen Plastikverbrauch hat mir ganz und gar nicht gefallen, aber manchmal kann man nichts tun, sondern muss die Situation so hinnehmen, wie sie ist. Witzigerweise haben gleich zwei der Patienten, die ich besucht habe, das direkt angesprochen, ohne dass ich etwas gesagt hätte. Sie kennen mich einfach schon so gut, dass ich sie im Alltag ebenfalls sensibilisiert habe, ein bisschen weniger zu verbrauchen. Ein paar Beispiele? Gerne: Hier in Düsseldorf werden im Uniklinikum einzelne Brotscheiben in Plastik verschweißt – als wäre es noch nicht schlimm genug, dass es nur Einwegkäseverpackungen, wie man sie aus Hotels kennt, gibt. Bei einem Abendessen verbraucht man da ganz schnell mehr Plastik, als bei mir in einem ganzen Monat anfällt!

Bei Patient Nummer 2 ist die Sache noch eine Nummer drastischer: Wusstet Ihr, dass wenn man Immunsuppressiva nimmt (das kriegt man nach einer Organspende, aber auch nach einer Knochenmarkstransplantation), man NICHTS essen darf, was nicht in Plastik eingepackt war oder zumindest geschält und gekocht wurde? D.h. alles, was ich gerade in Sachen Plastikvermeidung auf die Beine stelle, wird in so wunderbaren Broschüren, was man in Zukunft alles essen darf und auf gar keinen Fall zu sich nehmen sollte, verteufelt. Plastik ist toll, Papier böse – so sind z.B. Smarties verboten, aber M&Ms erlaubt. Das fühlt sich für mich alles sehr, sehr falsch an, aber wie gesagt: Wenn die Ärzte an der Uniklinik sagen, dass das gut so ist, dann nehme ich das mal so hin.

Ich hab gestern eine neue Website für mich entdeckt, als ich mich mal wieder auf die Suche nach Haarseifen und Deos ohne Plastikverpackung gemacht habe: Monomeer. Nachdem ich bei den Wolkenseifen leider ein bisschen reingefallen bin – der Shampoobar war noch mal extra in Plastik eingeschweißt und die Deocreme kam leider, leider nicht in einer Aludose, wie ich irrtümlicherweise angenommen habe, was aber mein Fehler war: In den FAQs stand das tatsächlich drin – gebe ich dem Ganzen noch eine zweite Chance und habe da diese Denttabs bestellt. Bin total gespannt, ob das was kann. Ich hatte ja das Problem, dass ich gerne ein Produkt haben wollte, in dem Fluorid drin war, weil meine Freundin, die Zahnarzthelferin ist, mir ja immer gesagt hat, dass das wichtig ist. Bei den Denttabs gibt es die Variante mit und die ohne, also kann ich das mal ausgiebig testen, auch wenn das kein ganz billiges Vergnügen ist. Auch nicht ganz billig ist die Zahnseide, aber die Verpackung und das Produkt selbst haben mir gefallen und ich hab das Geld investiert. Und beim nächsten Bedarf (ich hab ja erst einmal Deocreme) möchte ich auch noch das Deo testen. Was mir an der Website sehr gefällt, ist die Tatsache, dass dort auch aufgeführt wird, in welcher Verpackung sie liefern – ABER auch, in welcher Verpackung ihre Lieferanten sie beliefern. Das nenne ich maximale Transparenz. Toll fand ich auf der Website auch in der Sektion “Büro” den Tacker, Locher und Tesafilmabroller. Ich bin versucht, die mal zu bestellen… Aber vielleicht erst später, hier im Büro landet zu viel ganz schnell bei Kollegen auf den Schreibtischen 😉

PS: Da ist man mal ein paar Monate nicht hier und steigt nicht mehr durch bei WordPress. Wo sind Eure Posts?!? *such*

Urlaubszeit und Entschleunigung

Ja, ich lebe noch. In den letzten Wochen wollte ich immer mal wieder bloggen und auch bei Euch kommentieren, aber das Leben kam dann doch dazwischen, die Arbeit auf der einen und viele spannende Erlebnisse auf der anderen Seite. So war ich Ende August mit meiner Mutter für ein Wochenende in Brügge – eine wunderschöne Stadt, in der man das Entschleunigen super praktizieren kann. Einmal im Jahr machen wir ein Wochenende gemeinsam Urlaub, nur wir beiden. Das ist seit ein paar Jahren zur Tradition geworden und ich freue mich jedes Jahr darauf, auch wenn wir in vielerlei Hinsicht unterschiedlich sind und uns in anderen Aspekten viel zu ähnlich. Sie war ganz angetan von meinen Haarseifen. Eigentlich hatte sie damit gerechnet, dass es im Hotel diese praktischen aber sehr umweltschädlichen kleinen Plastikfläschchen mit Shampoo geben würde, aber das war nicht der Fall und so hat sie es dann mal mit meinen Lush-Sachen probiert. Ich weiß, dass da immer noch viele Sachen drin sind, die nicht sehr gesund sind, aber ich konnte sie trotzdem davon überzeugen, dass es nicht immer Plastikflaschen sein müssen und sie hat sich von mir jetzt sogar zu Weihnachten ein Paket zum Probieren gewünscht. Beim Frühstück habe ich allerdings gemerkt, dass es schwierig ist, unterwegs Plastikverzicht zu praktizieren, wenn man nicht konsequent vorgesorgt hat. Im Frühstücksraum gab es Butter und Nutella nur in Plastik verpackt, also gab es für mich Marmelade und ein Käsebrötchen ohne Butter. Ich habe für mich selbst beschlossen, dass ich im Urlaub auch mal Fünfe grade sein lassen werde, weil ich sonst gar nicht mehr zum Entspannen komme. Wenn man an all den anderen (+/-) 335 Tagen im Jahr konsequent ist, dann macht das schon viel aus. Und ich werde keine Plastikorgien feiern, sondern auch da Zurückhaltung üben, aber wenn es dann doch mal nicht hinhaut, dann ist das halt so.

Brügge im Frühherbst

Brügge im Frühherbst

Danach das Wochenende hatte ich dann eine Freundin aus Hamburg zu Gast, mit der ich über einen Garagenflohmarkt in Düsseldorf gelaufen bin – da hat ein ganzes Viertel Stände aufgebaut, war sehr schön! – um dort meine plastikfreien Utensilien zu vervollständigen. Jetzt bin ich stolze Besitzerin eines Brottopfes (die Variante mit dem Backofen hat auch gut funktioniert, ist aber dann doch ab und zu unpraktisch, weil ich meinen Backofen oft nutze), eines sehr, sehr alten Messbechers aus Blech, der total toll aussieht und einer Blechdose von Brandt für Nudeln. Mein Laden „Naturburschen“, den ich in der Vergangenheit schon ein paar Mal lobend erwähnt habe, hat jetzt auch lose Nudeln im Angebot, da kann ich die Dose direkt mal befüllen. Zwar nur eine Sorte (Spiralnudeln), aber hey, Hauptsache es schmeckt! Der Rest des Wochenendes war sehr entspannt, wir waren im Volksgarten und Südpark spazieren, haben Minigolf gespielt und waren sogar im Streichelzoo – da war ich bestimmt 20 Jahre nicht mehr. Sie ist ein Stadtkind und es war spannend zu sehen, was ich alles aus meiner Kindheit auf dem Land noch wusste und ihr erklären konnte.

Vor zwei Wochen war ich mit meiner Freundin in Brighton. Ich bin in diesem Jahr schon so viele Kilometer geflogen, dass ich mich entschieden habe, mit dem Zug zu fahren – auch weil ich da Flüssigkeiten mitnehmen kann, wie ich lustig bin und auch mal diese oben schon beschriebene Entschleunigung erfahren wollte, die Ihr in Euren Einträgen so oft beschreibt und was soll ich sagen: Ich bin ein großer Fan davon. Ich habe keine Flugangst, aber der Körper ist durch Start, Landung und Höhenunterschied ja dann doch immer so gestresst, dass man generell ziemlich müde ist. Das konnte ich bei der Zugfahrt überhaupt nicht bestätigen. Ich bin noch nie so erholt an meinem Zielort angekommen. Die 20 Minuten im Tunnel sind auch total harmlos, falls jemand von Euch klaustrophobisch ist: Es ist wirklich nicht schlimm, die Zeit vergeht sehr schnell. Die Übergangszeiten waren ebenfalls sehr praktisch und ab Düsseldorf braucht man nur 5 ½ Stunden bis nach London St. Pancras / King’s Cross. Brighton ist das absolute Paradies für Euch alle, das könnt Ihr mir glauben: Unfassbar viele Organic Food Geschäfte, Second Hand Kram, Veggie/Vegan Stores und die Leute sind generell sehr entspannt und freundlich. Ich habe mich in der Stadt auf Anhieb wohlgefühlt und werde mit Sicherheit noch mal wieder dorthin reisen.

Sonnenuntergang am Pier in Brighton

Sonnenuntergang am Pier in Brighton

Was macht Ihr eigentlich mit Geschenken in Plastik? Ich kriege im Moment ständig irgendwelche Merci geschenkt, die ich dann auch nett annehme – und ich gebe zu, die esse ich dann auch schon mal selbst.

Ansonsten bin ich momentan beim Thema „Minimalismus“ für mich angekommen. Ich versuche grad, meinen Hausstand zu reduzieren, aber ganz, ganz langsam. In den letzten Monaten war ich in allem relativ radikal und jetzt komme ich an den Punkt, wo ich ein bisschen müde bin. Die erste Aufregung ist vorbei und das ist alles nicht mehr so neu und aufregend und ich versuche, die guten Ergebnisse und Eigenschaften beizubehalten, aber es ist nicht immer leicht. Könnte ein bisschen Motivation vertragen. Habt noch eine schöne Restwoche!

Heute nur ein kurzer Post: Petition gegen Plastiktüten

Heute möchte ich Euch nur kurz auf eine Petition gegen kostenlose Einwegplastiktüten aufmerksam machen, die fast ihr Ziel erreicht hat. Gemeinsam können wir es packen!

Dass es auch ohne Plastiktüten geht, haben andere Länder bereits bewiesen. Irland hat 2002 eine Abgabe auf Plastiktüten eingeführt und dadurch den Verbrauch um mehr als 90 Prozent gesenkt! Heute nutzt jeder Ire im Durchschnitt nur noch 16 Tüten pro Jahr. Bei uns dagegen sind es 76. Nur, wenn Plastiktüten wirklich etwas kosten, werden wir uns Gedanken machen, ob wir sie überhaupt benötigen.

Die EU diskutiert gerade, wie es mit Plastiktüten weitergehen soll. Doch das kann dauern. Lasst uns in Deutschland schon jetzt ein eindeutiges Zeichen gegen die Ressourcenverschwendung setzen!

Also: Haut rein 🙂

Kleines Straucheln…

Als ich in meinem Resümee davon geschrieben habe, dass das mit dem Plastikverzicht eine Entschleunigung mit sich bringt, habe ich nicht bedacht, dass es im Umkehrschluss bedeuten könnte, dass es schwierig ist, auf Plastik zu verzichten, wenn man sehr viel Stress hat und wenig Zeit zur Verfügung steht, um einzukaufen. Die letzten vier Wochen waren sehr, sehr anstrengend. Es gab ein paar Krankmeldungen im Büro und natürlich auch die normale Urlaubszeit und ich habe irgendwie auf allen Hochzeiten gleichzeitig getanzt bzw. tanzen müssen. Die ersten zwei Wochen konnte ich das noch irgendwie wegstecken, aber gerade jetzt im August war ich einfach nur noch leer. So war es dann doch immer mal wieder so, dass ich einfach keine Hirnkapazitäten mehr frei hatte, um im Laden schnell genug zu schalten, wenn man mir Sachen in Plastikfolie angeboten hat. Da kamen dann leider die alten Muster wieder durch, weil sich die neuen in den vier Wochen noch nicht weit genug gefestigt hatten. Und manchmal war ich auch einfach so ausgelaugt, dass ich keine Kraft mehr hatte, mich zusätzlich noch mit meiner Umwelt und meinen Prinzipien zu beschäftigen. Das hat mich dann noch zusätzlich runtergezogen – irgendwie war das keine gute Zeit.

Jetzt wird es langsam wieder besser bei uns, die ersten Kollegen sind wieder zurück, die nächsten kommen in den kommenden Tagen wieder und bald geht alles wieder seinen gewohnten Gang und ich habe mir ganz fest vorgenommen, wieder in den plastikarmen Konsum einzusteigen. So langsam merke ich auch, dass ich die Kraft dazu wieder habe. Man muss allerdings auch sagen, dass ich selbst in der Zeit, wo es nicht ging, bei weitem nicht so viel Plastik verbraucht habe wie früher, aber beim Bäcker bin ich auf das geschnittene und fertig abgepackte Brot reingefallen und den Fetakäse musste ich auch im Plastik kaufen, weil ich so spät im Laden war, dass ich keine weiteren Alternativen mehr aufsuchen konnte. Der Pfeffer war zum Glück im Glas verfügbar, aber dafür musste ich dann wiederum mit Pinienkernen in der Plastiktüte leben. Das Bier, das ich mir zum Ende dieser anstrengenden Zeit gegönnt habe, war dann aber mit Bügelverschluss…

Aber ich lasse mich nicht entmutigen. Es geht weiter im Programm. Ich habe mir jetzt ein Filofax gekauft, weil ich festgestellt habe, dass ich meinen Kopf entleeren muss und ich versuche grad, die Sachen aufzuschreiben und dann aber abzuhaken für mich selbst. Der (das?) Filofax war ein Vorführmodell und entsprechend ohne Verpackung und Einlagen für 2015 habe ich mir dann selber ausgedruckt, damit ich da kein weiteres Plastik habe. Eigentlich hatte ich ja gesagt, ich möchte möglichst alles digital machen, aber ich habe festgestellt, dass ich da an meine Grenzen gekommen bin – also probieren wir es doch mal so… Kopf abschalten, eine Runde an mich selber denken und dann frischen Mutes auf ein Neues…

Kleine Erfolgserlebnisse und 1,5 Rückschläge

Ich hab mir und Euch ja ein paar Tage Ruhe gegönnt, aber ich dachte mir, ich erzähle mal so, wie es mir die Tage nach dem plastikfreien Juli ergangen ist. Es war gar nicht so schwer, genauso weiterzumachen wie bisher, aber ich muss sagen, ich habe einen Artikel gekauft, den ich mir normalerweise, wenn ich konsequent gewesen wäre, nicht zugelegt hätte: Ein Stempelset von Tchibo. Die Umverpackung war aus Pappe, aber der innere Kasten aus Kunststoff – die Stempel wiederum sind aber aus Holz und Gummi, also ganz klassisch.  Warum ich mir das zugelegt habe? Ich habe beschlossen, in Zukunft mein eigenes Geschenkpapier zu machen, weil mir dieses beschichtete Papier zum einen nicht ganz geheuer ist und ich es zum anderen nett finde, andere mit selbstgestalteten Sachen zu beglücken. So kann ich dann mit Recyclingpapier und den Stempeln was Nettes zaubern. Ich muss allerdings gestehen, dass das ein kleiner Impulskauf war, ich hätte wahrscheinlich online welche ohne Verpackung bekommen… Aber dann wäre natürlich wiederum Versand angefallen, der die Umwelt zusätzlich belastet. Na ja, da bin ich mal weich geworden.

Die andere Sache, die bei mir zu Buch geschlagen ist, ist die Kölln Müsliverpackung. Nachdem ich den Schütteltest gemacht habe, war ich mir nicht sicher, wie die Innenverpackung aussieht, es klang nach Papier und fühlte sich auch so an. Für alle von Euch, die sich da Hoffnungen gemacht haben:

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Eine klassische Niete…

Nun aber zu den erfreulichen Dingen im Leben: Ich kann wieder Käse essen. Und er schmeckt auch noch himmlisch! Ich hatte ja mit maximal einer Sorte Weichkäse in diesem Laden gerechnet, von dem ich Euch berichtet habe, aber sie haben vier, fünf, sechs verschiedene – ich war im Himmel und habe einen Kräuterkäse mitgenommen, der herrlich nach Knoblauch schmeckt. Die Jungs in dem Laden waren so nett, dass ich da mit Sicherheit wieder einkaufen gehen werde.

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Dann ist mein Telefon angekommen – es braucht keine Batterien UND keinen zusätzlichen Strom über ein Netzteil, ich bin begeistert! Das Kabel muss ich noch irgendwie intelligent verstecken, aber es ist so lang, dass ich quasi in der ganzen Wohnung damit telefonieren kann – wer braucht da noch eine schnurlose Alternative? Das Ding hat einen kleinen Haken: Wählscheiben und digitales Telefonieren gehen nicht so gut zusammen, wenn ich wähle, erkennt meine Box nicht, was ich möchte – weil das Telefon Impulse sendet und die Box aber Töne braucht… D.h. im Klartext, dass ich zwar angerufen werden kann, aber nicht raustelefonieren. Finde ich jetzt nicht so tragisch, inzwischen haben fast alle meine Freunde Flatrates – so wie auch ich – und so lass ich mich dann einfach anrufen. Und wenn ich doch mal unbedingt telefonieren muss, habe ich ja mein Handy. – Außerdem bin ich einfach verliebt in die Optik. Und falls ich es doch irgendwann Leid bin, dass ich nicht raustelefonieren kann, kann ich mir immer noch einen Konverter kaufen, nur der ist dann wieder aus billigem Plastik und braucht Strom, deshalb versuche ich es jetzt erst einmal so.

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Am Wochenende war ich dann noch auf dem Flohmarkt, weil ich die Holzsonnenbrillen-AG erst einmal ad acta gelegt habe. Irgendwie passen die mir alle nicht, wirken klobig und rutschen mir von der Nase (oder sie kosten 150 Euro…). Da ich aber auf gar keinen Fall neuen Plastik produzieren wollte, bin ich ein bisschen durch die Trödelhalle gelaufen – hier in Düsseldorf gibt es einen großen Trödel mit einer Antikhalle. In der Halle sind wirklich nur gebrauchte Gegenstände, drum herum findet man auch die Sachen, die man heutzutage irgendwie überall antrifft: Ramsch, Raubkopien von Markenbrillen und -kleidung, Plastikschrott und Billigware aus Asien. Da hätte ich mir auf gar keinen Fall was gekauft, aber ich bin tatsächlich in der Halle fündig geworden und hab aus Begeisterung zu viel Geld bezahlt, weil ich zu enthusiastisch war, um zu handeln. Egal, hab jetzt eine neue, alte Sonnenbrille, die zwar aus Plastik ist, aber immerhin schon vorher mal in irgendeiner Bilanz aufgetaucht ist. Ist nicht hundertprozentige Zielerreichung, aber irgendwo auf halber Strecke…

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Man nannte sie Puck, die Stubenfliege 😀

Zu guter Letzt: Das saure Sahne Experiment war schon ein bisschen seltsam. Ich konnte mir so schlecht vorstellen, wie es ist, Süße Sahne einfach draußen stehen zu lassen (egal ob mit oder ohne Joghurtkulturen, die Vorstellung war komisch). Ich fand auch, dass es stellenweise seltsam roch, aber ich hab sie zweimal umgerührt, probiert und sie hat wirklich super geschmeckt… Faszinierend.

– Oh, einen hab ich noch vergessen. Hier mein Schriftwechsel mit der Firma, von der ich immer die roten Linsen kaufe. Das ist jetzt auch nur eine halbe Aussage, aber vielleicht kommt da ja noch was. Ansonsten schreibt Ihr denen doch auch noch mal – doppelt und dreifach hält besser 😀

Sehr geehrtes Team von Müllers Mühle,

ich bin im Moment dabei, mein Leben möglichst plastikfrei zu gestalten, da die Vermüllung unserer Meere und die Verendung unserer Meerestiere in den letzten Jahren rasant zugenommen hat. Mit Freude habe ich festgestellt, dass Ihr Couscous in einer einfachen Pappbox verkauft wird ohne zusätzliche überflüssige Umverpackung. Es erschließt sich mir allerdings nicht ganz, warum Sie das bei Ihren Linsen nicht genauso handhaben. Ich bin Teil einer stetig wachsenden Community, die sich sehr darüber freuen würde, Linsen in Zukunft plastikfrei erstehen zu können – möchten Sie nicht mit gutem Beispiel vorausgehen? Wir würden uns sehr darüber freuen.

Mit den besten Grüßen

Und hier die Antwort von heute:

Liebe Frau W.,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Es ist für uns wichtig und wertvoll, von Ihnen – dem Käufer und Konsumenten unserer Produkte – ein Feedback zu erhalten. 

Gerne leiten wir Ihren Vorschlag an die entsprechende Abteilung weiter.

Mit freundlichen Grüßen aus Gelsenkirchen